die Landauer Tangoszene

Archiv Pressestimmen:

06.03.2009, Die Rheinpfalz, "Jubiläumsfeiern"
Tangoverein besteht zehn Jahre

Von heute bis Sonntag feiert der Verein Tangotaverne sein zehnjähriges Bestehen mit Tanzabend und Workshops im Haus am Westbahnhof in Landau.
Leidenschaft, Erotik, Melancholie - das sind Attribute, die dem argentinischen Tango zugeschrieben werden. Letztlich geht es aber immer um die Kommunikation im Paar: spontan, individuell und in jedem Moment neu.
Im April 1999 gegründet und seit November 2000 als gemeinnützig anerkannt, veranstaltet der Verein Tangotaverne nun seit zehn Jahren Tangokurse, Milongas genannte Tanzabende, Workshops und viele Events mit Live-Musik. ”Unser Verein ist weit über Landau und die Pfalz hinaus bekannt und wir freuen uns immer über Gäste aus ganz Deutschland, Frankreich, der Schweiz und auch Holland„ so Stefan Knauth, Vorstand von Tangotaverne. ”Neben unserer Leidenschaft, dem Tangotanzen, haben wir uns zum Vereinsziel gemacht, einen Beitrag zur Völkerverständigung zwischen Argentiniern und Deutschen zu leisten. Wo kann das besser klappen, als bei einem so schönen Tanz?„
Von heute bis Sonntag feiert der Verein nun sein zehnjähriges Bestehen. Neben einem stimmungsvollen Tanzabend im Haus am Westbahnhof, gibt es Möglichkeiten zum Üben und Lernen in Workshops für Anfänger wie Fortgeschrittene. Daniel und Lorena Ferro, Gastlehrer aus der Schweiz, vermitteln ihren ganz besonderen Stil. Mehr Informationen unter www.tangotaverne.de.


11.12.2007, Die Rheinpfalz, "Melancholie und Kraft"
Tango-Ensemble „Quinteto Ángel" im Landauer Haus am Westbahnhof

Mit über 100 Gästen, den Nummernschildern der geparkten Wagen nach zu urteilen kamen sie aus 100 Kilometern Umkreis, geriet die Tanzsoiree im Haus am Westbahnhof am Freitagabend zu einem gelungenen Treff der Szene, in der getanzte Leidenschaft die Hauptrolle spielt.
Ein paar Beobachtungen vorweg. Erstens: nur schlanke Menschen tanzen Tango. Nach den „dicken Kindern von Landau" hielt man am Freitagabend vergeblich Ausschau. Zweitens: die Tango-Szene ist überschaubar. Man kennt sich. Bussi links, Bussi rechts. Drittens: Tangotänzer sind bei aller Leidenschaft wohl gleichzeitig Pragmatiker. Sie führen große Taschen mit sich, aus denen sie bei Bedarf flugs ein frisches Hemd, ein zweites Paar Pumps, ein Reparaturset (!) für Absätze hervorkramen.
Wer die Klaviatur des Tango Argentino nicht beherrscht, der sitzt einfach nur da, schaut zu und staunt: Auf der Tanzfläche schöne Paare, gekleidet in dramatisches Schwarz. Die einander umarmen und gleichzeitig auf Distanz gehen. Dicht presst der Tangotänzer seine Dame an sich, blickt ihr tief in die Augen, um dann den Kopf ruckartig zur Seite zu drehen. Die Beine der Tangopaare bewegen sich mit traumwandlerischer Sicherheit in geheimnisvoll verschlungenen Positionen. Die Füße der Tänzerinnen stecken in Pumps mit schwindelerregend hohen Absätzen. Jedes Paar scheint seiner ureigenen Choreografie zu folgen. Viele Tänzerinnen halten die Augen geschlossen, geben sich völlig dem Rhythmus der Musik hin. Ganz gleich ob Anfänger, Fortgeschrittene oder Könner, den Tenor der Tangopoesie, getanztes Verlangen und großes Einfühlungsvermögen, scheinen alle verinnerlicht zu haben. Zu Beginn der Soiree warteten die fünf Vollblutmusiker des Tango-Ensembles „QUINTETO ÁNGEL" mit Musik zwischen verhaltener Melancholie und pulsierender Kraft auf. Auf Einladung der Tango-Taverne gastierte das begeistert beklatschte Quintett bereits zum dritten Mal in Landau. War der Auftakt der Tango-Soiree dem konzertanten Teil vorbehalten, so füllten im weiteren Verlauf des Abends die Paare die Tanzfläche zu Live-Musik der„Quinteto-Angel" oder zu traditionellen argentinischer Tangoklängen aus der Konserve> www.quintetoangel.de. Ihr ausdrucksstarkes Können zeigten zwei Profi-Paare des Tangokombinats Saarbrücken, Lehrerteam des Landauer Vereins Tangotaverne, bestehend aus Melina SEDÓ, Detlef ENGEL, Andreas WICHTER und Anne-CÉCILE Dubois. Die vier haben eine Mission, nachzulesen auf ihrer Webseite > www.tangokombinat.de: „Wir vermitteln eine Sprache: Tango. Tango tanzen heißt, mit einem Partner zu kommunizieren. Wir vermitteln die Essenz (den Sinn) des Tangos, seine kleinsten Bausteine (die Worte) und die Struktur (die Grammatik). So ist jede/r in der Lage, seine Gefühle und Ideen in dieser neuen Sprache mit dem Partner gemeinsam auszudrücken."


20.07.2005, Die Rheinpfalz, "Tango-Nacht lockt ins Pfarrhaus"
Grossfischlingen: "Milonga" der Tangotaverne Landau kommt an

Die Kulturscheune in Großfischlingen, Freitagabend kurz vor 21 Uhr. Organisatoren und Gäste des Tango Open-Airs der Tangotaverne Landau richten bange Blicke nach oben, der Himmel hat sich über dem idyllischen Innenhof der Kulturscheune verdüstert. Dort soll die Veranstaltung nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr seine zweite Auflage erleben.
Der Gewitterregen schreckt einen echten Tango-Liebhaber nicht ab. Der Tango Argentino lockt seine Fans auf den eigens verlegten Tanzboden, und die lassen sich von dem Schauer nicht aus der Ruhe bringen. Viele nutzen die Gelegenheit zum kleinen Plausch am Büffet. "Das ist die Abkühlung, die wir gebraucht haben", gibt sich Martin Deisenrieder von der Tangotaverne, ein Verein, dessen Wurzeln ins Jahr 1997 zurückreichen, optimistisch.
Für diese "Milonga" (Tanzveranstaltung) bewiesen die Organisatoren mit der Verpflichtung des Tango-Duos Leon und Aldo MARTINEZ ein glückliches Händchen - zumal die Musik bei der Premiere im vorigen Jahr aus der "Konserve" kam. Als die beiden in spartanischer Besetzung mit Klavier und Gesang ihre Eröffnungsstücke aus der Feder von Astor Piazolla zum Besten geben, springt der Funke gleich über. Der Tanzboden füllt sich zusehends. Die Spezialität des Duos, der Tango Canciãn (Lied-Form des Tangos), findet in Großfischlingen schnell Anklang. Bei Stücken von Carlos Cardel, Astor Piazolla und Julio Sosa beginnt die Atmosphäre förmlich zu knistern. Melancholische Parts mischen sich mit temperamentvolleren, das Duo bietet den Tanzpaaren allerhand Stoff, der sich auf dem Tanzboden umsetzen lässt. Seit einem knappen Jahr existiert das Duo aus dem badischen Raum, demnächst wird die Debüt-CD veröffentlicht. "Ich glaube, dass die Liedform des Tango eine Zukunft hat in Deutschland, wir wollen diese hier ein bisschen bekannter machen", sagt Leon. Er kann sich vorstellen, den Tango Canciãn auch vor einem sitzenden Publikum zu spielen. "Wir sind nur auf die Musik konzentriert, das Tanzen ist eine Philosophie für sich", antwortet er auf die Frage, ob sie sich in Sachen Tango Argentino auch auf dem Tanzboden zurecht finden.
Dort die richtigen Schritte zu setzen, war der Part der rund 100, teils weit gereisten Besucher, die am Freitagabend nach Großfischlingen kamen, um eine Tango-Nacht zu genießen. Den Tango Argentino zu erlernen, erfordere eine intensive Beschäftigung, so Marion Deisenrieder von der Tangotaverne. "Kurse dienen zum Lernen, den Tango erfahren kann man nur bei den Milongas." Die nächste Möglichkeit, mit dem Tango Argentino auf Tuchfühlung zu gehen, bietet die Tangotaverne am Freitag, 18. November, an: Denn dann steht im Landauer Haus am Westbahnhof die Tango-Soiree mit Claudia Pannone und Quinteto Ángel auf dem Programm; Beginn: 20 Uhr. Weitere Infos: Internet unter www.tangotaverne.de.


23.11.2004, Leo, "Ein Tanz wie ein Gedicht"

Leo Winter 2004


04.09.2004, Die Rheinpfalz, "Tanz der Sinne"
Der Tango Argentino bringt einen Hauch Exotik in die Pfalz

> Artikel als pdf-Datei.


21.07.2004, Die Rheinpfalz, "Tangonacht im Garten des Alten Pfarrhauses"
"Immer wieder aufs Neue ein Abenteuer"

Heitere und auch melancholische Tango-Klänge wehten am Freitagabend durch den kleinen Ort Großfischlingen. Der Landauer Verein "Tango-Taverne" hatte zu einem Open-Air-Tanzfest eingeladen und sich dafür mit sicherem Gespür die einzige laue Sommernacht einer verregneten Juliwoche ausgesucht. Ein nachtblauer Sternenhimmel spannte sich über das malerische Ambiente der Kulturscheune, wo vor dem Alten Pfarrhof, umgeben von blühenden Oleanderbüschen, eigens ein 40 Quadratmeter großer Tanzboden verlegt worden war.
"Der Himmel ist wie für euch geschaffen", sagte eine Besucherin am Freitagabend zu Marion und Dr. Martin Deisenrieder, den Initiatoren der Tango-Soiree. Viele Tangobegeisterte waren aus weitem Umkreis angereist, um einmal wieder ausgiebig ihrer Leidenschaft, dem Tango Argentino, zu frönen.
"Ich bin schlichtweg überwältigt", kommentierte Martin Deisenrieder die große Resonanz. Die Besonderheit des Tango Argentino liege in der Kommunikation ohne Worte, so Deisenrieder, wohl könne man bestimmte Grundelemente erlernen, doch eigentlich folgten die Schritte keinem bestimmten Muster. Im Gegensatz zu den Standardtänzen lebe der Tango Argentino vom Spiel der Tanzpartner und bleibe so immer Improvisation. Es könne sein, dass die Dame bei Beginn eines Tanzes nicht wisse, welche Schritte sie tanzen werde. Wichtig sei, dass die Tanzenden bereit seien, sich aufeinander einzulassen. Beim Tango Argentino führe der Mann, er zeige "wo es lang geht", das Zusammenspiel der Tanzenden lebe von Gefühl und persönlichem Ausdruck.
Die eleganten Bewegungen der Tanzenden - stets schwang ein Hauch von Erotik mit - nötigten jedem tangounerfahrenen Zuschauer Bewunderung ab. Kann man das lernen? "Ja natürlich," so Deisenrieder, "und zwar in jedem Alter und auch ohne tänzerische Vorkenntnisse." Man müsse nur bereit sein, sich auf Tanz und den Tanzpartner einzulassen. Ihren Höhepunkt fand die Veranstaltung um Mitternacht mit einer hinreißenden Tango Argentino-Darbietung des Tanzlehrerpaares Melina SEDÓ und Detlef ENGEL. Der Tango Argentino, so die Profitänzer, sei ein Abenteuer, das mit jeder Umarmung neu beginne. Der Tanz sei Sehnsucht und erfülle den Wunsch nach menschlicher Nähe, wenn auch oft nur für ein paar nächtliche Stunden. Wer, auch als Single, Lust auf Tango hat, kann an jedem ungeraden Freitag des Monats abends in der Tangotaverne im Hotel Französisches Tor in Landau vorbeischauen.


13.10.2003, Die Rheinpfalz, "Von einer Sprache jenseits der Sprachlosigkeit"
Tango in Worten: Lesung mit Wolfram Fleischhauer aus seinem Buch "Drei Minuten mit der Wirklichkeit" in Landau

Die Musik beginnt. Eine tiefe Frauenstimme singt Tango. Ausdrucksvoll und tief, wehmütig und gleichzeitig stark schwebt ihre Stimme im Raum. Es ist dunkel, vorne in der Mitte steht ein Tisch, gut beleuchtet, und darauf liegt das Buch. Alles ist bereit für die Lesung und die Spannung steigt - im Publikum und in der Musik. Endlich, am Höhepunkt der Musik, steht ein Mann auf, geht zum Tisch, setzt sich und beginnt zu sprechen: "Worüber man nicht sprechen kann, davon muss man schreiben". Der deutsche Schriftsteller Wolfram FLEISCHHAUER las am Samstag im Landauer Haus am Westbahnhof aus seinem Roman "Drei Minuten mit der Wirklichkeit" im Rahmen der Tango-Soiree und ließ sein Publikum auch am Entstehungsprozess seiner Bücher Anteil nehmen: Die Figuren seiner Romane hätten im Grunde eine Eigenschaft, die sie für Romane ungeeignet machten, sie seien alle sprachlos, so sagt er. Das Schicksal habe ihnen so böse mitgespielt, dass sie eine zweite Sprache entdecken, in der sie sich ausdrücken können. In "drei Minuten mit der Wirklichkeit" ist es der Tango, mit dem die Hauptfigur Damián das Schreckliche ausdrückt. So findet auch der Autor über seine Figuren eine Sprache jenseits der Sprachlosigkeit.
Anstoß für den Roman gab ein Erlebnis in den 80er-Jahren. Fleischhauer hörte bei einem Freund Musik von Astor Piazolla und wurde, wie er sagt, "davon infiziert". Er wollte diese Musik tanzen und nahm Tangostunden. Sechs Jahre hat es gedauert, sechs Jahre des Eindringens und der "tastenden Versuche". 1997 reiste er nach Buenos Aires und erlebte eine Art "Schock", begegnete einer "merkwürdigen Welt voller Codes und Rituale", wie er sagt. Was ihn aber tief berührte, war die "dunkle Geschichte jenes Landes, die überall zu sehen ist und über die niemand reden will." Das habe ihm die Sprache verschlagen und deshalb musste er darüber schreiben.
Die Geschichte beginnt. Fleischhauer führt seine Figuren ein, behutsam wie in seinem Roman, begleitet er seine Hörer in das Geschehen und lässt die Personen lebendig werden. Giulietta ist eine junge Ballett-Tänzerin, lebt in Berlin und lernt den Tangotänzer Damián kennen. Sie verlieben sich und verleben eine kurze wundervolle Zeit, dann aber geschieht etwas Schreckliches: Giuliettas Vater will die Verbindung vereiteln und Giulietta findet ihn in ihrer Wohnung gefesselt und geknebelt, dazu eine kurze Abschiedsnachricht von Damián. Er will sie nie wiedersehen. Giulietta stiehlt die Kreditkarte ihrer Mutter und fliegt nach Buenos Aires in der irren Hoffnung ihn dort zu finden.
Mit angenehmer weicher Stimme liest Fleischhauer, wortgewandt ist er nicht nur in der Schrift, auch im freien Sprechen. Es stimmt alles: Phrasierung und Pausen, die Stimme gekonnt moduliert und auch das Gefühl, das sich durch die Worte in die Bäuche der Zuhörer schleicht.
Fleischhauers Sprache ist konkret, gut verständlich und doch tief. Wundervolle Musikbeschreibungen lassen die Liebe zum Tango an vielen Stellen durchblitzen. Dazu spielt der Autor die Musik ein, um die es geht, so dass der Hörer tatsächlich mitempfindet. So wird die Lesung zu einem Erlebnis, das über lesen und vorlesen hinaus-geht. Wer sich der Musik öffnet, findet neben einem spannenden Roman auch einen Zugang zum Tango Argentino - als Musikstil und als Tanz. Geschickt beendet der Autor die Lesung an einer sehr spannenden Stelle, so dass die Neugier aufs Weiterlesen geweckt wird.
Wolfram Fleischhauer ist bekannt für seine minutiös recherchierten Romane, die sich zwischen historischer Authentizität und Fiktion bewegen. Der 1961 in Karlsruhe geborene Schriftsteller belegte im Jahr 2000 mit seinem Roman "die Frau mit den Regenhänden" den 3. Platz des Deutschen Krimipreises in der Sparte "National". Seine typische Handschrift zeigt sich auch in diesem Roman: Witzig und eingängig, tiefsinnig und treffend schreibt er und dabei ist Spannung vom ersten bis zum letzten Wort, so dass man das Buch am liebsten in einem Zug durchlesen würde.
Gut besucht war die Veranstaltung, die gemeinsam von der Landauer Tangotaverne und dem Verein Leben und Kultur e.V. organisiert wurde. Einen Schriftsteller einzuladen war in der Reihe der Tango-Soiree ein Novum. Das Experiment ist geglückt. Ein ganz anderer Hörerkreis wurde angesprochen, viele der Literaturfreunde harrten auch noch bis zu der Tango-Tanzvorführung aus, bei der am späten Abend das argentinische Tanzpaar Tanzpaar Rodolfo AGUERRODI und Miho OMAKI verschiedene Stile des Tangos vorstellte. Den Abschluss des Abends bildete - wie immer - eine Gelegenheit zum Tanzen. (Kirsten Gödeke)
INFO: Wolfram Fleischhauer: Drei Minuten mit der Wirklichkeit. Knaur, ISBN 3-426-62256-4, 8,90 Euro.


26.05.2003, Die Rheinpfalz, "Schalk und Power strömen aus allen Poren"
Tango-Sängerin Anja Stöhr mit dem Trio "Puro Apronte" bei genussvollem Abend in Landau

"Wie ausführlich bewiesen ist, wurde der Tango für mich erfunden", Anja Stöhr schaut verschmitzt in die Runde. Der Text ist eine ihrer herrlich treffenden Übersetzungen aus dem Spanischen, diesmal von Humberto Constantini und gibt Antwort auf die Frage "Warum ausgerechnet Tango?". Die Tango-Soiree am Freitag im Landauer Haus am Westbahnhof mit der Berliner Sängerin Anja STÖHR und dem Trio "PURO APRONTE" gab dem Publikum sehr ausführlich Antwort auf diese Frage: "Warum eigentlich Tango?"
Schalk und Power strömen Anja Stöhr aus allen Poren. Die ausgebildete Schauspielerin übersetzt selbst die spanischen Texte in einer feinfühligen, witzigen und poetischen Art. Sie trifft den Atem der Lieder in ihrer Wortwahl, und sie trägt die Texte derart vor, dass dem Publikum unweigerlich die Gänsehaut über den Nacken schauert. Wenn sie singt, wird ihre Liebe zum Tango greif-, hör- und fühlbar. Ihre schöne ausdrucksvolle Stimme passt zu den melancholischen Stücken genauso wie zu den leichten, witzigen. Den Ausdruck des Tango hat sie in Argentinien gelernt - und das merkt man. Nicht umsonst gilt Anja Stöhr als "die" deutsche Tango-Sängerin, die keinen Vergleich mit ihren argentinischen Kolleginnen zu scheuen braucht.
Mit "Puro Apronto" waren ebenfalls Musiker zugegen, die im deutschen Tango etwas gelten. Peter Reich ist Deutschlands bekanntester Bandoneon-Spieler. Er bringt sein Instrument zum Lachen und Weinen, ganz wie es der Tango erfordert. Robert Schmidt ist ein international erfahrener Tangopianist, dessen Liebe zum Jazz immer mal wieder durchblitzt. Zusammen mit Kaspar Domke am Kontrabass spielen sie den Tango "unter Dampf", das nämlich bedeutet "Puro Apronto".
Ob kraftvoll oder leise, schwungvoll oder zart, die Musiker zeigten, dass sie den Tango in einem breiten Spektrum beherrschen und ihm in ihrer Interpretation ihre eigene Note verleihen - und das wörtlich genommen, denn im Tango gilt wie im Jazz, dass man nicht an seinen Noten klebt, sondern den ganz persönlichen eigenen Ausdruck findet. Und noch eine Parallele gibt es: Die Musik steht und fällt mit dem Zusammenspiel, oft über Augenkontakt koordiniert, sind diese drei Musiker perfekt aufeinander eingespielt.
Inzwischen gehört die Tango-Soiree zur guten Tradition im Haus am Westbahnhof und wird gemeinsam mit der Landauer Tangotaverne organisiert. Wie immer wurden zwei Sets konzertant gegeben und beim dritten Set die Tanzfläche frei geräumt. Anschließend gab es noch bis spät in die Nacht Tangomusik von der CD für die Tanzbegeisterten, die aus Saarbrücken, Kaiserslautern und Frankfurt angereist waren.
So gesehen war diese Soiree auch ein "wichtiger Meilenstein für die Landauer Tango-Szene", wie Martin Deisenrieder von der Landauer Tangotaverne sagt. Zum ersten Mal haben sich in Landau bei diesem Konzert hochkarätige Tänzer der deutschen Tango-Tanzszene getroffen. Als Zuschauer der sehr gut besuchten Veranstaltung kam man so in den Genuss, Tänzer auf allen Niveaus zu beobachten. Ein genussvoller Abend auf ganzer Linie. (Kirsten Gödeke)
Anja Stöhr und Puro Apronte


17.06.2002, Die Rheinpfalz, "Ball nicht nur für die Universität"
Auch viele Gäste aus Stadt und Umland amüsieren sich in der Festhalle

Die Universität hat sich mit einer weiteren Veranstaltung der Stadt genähert. Der dritte Hochschulball zu Ehren der Absolventen stieg am Freitagabend in der Festhalle. Und die Landauer nahmen das Angebot an. Neben frisch gebackenen Akademikern und ihren Eltern, Studenten, Professoren und Dozenten zählten Freunde der Hochschule aus der Stadt und dem Umland zu den Gästen.
Mit der Universität häufiger in die Stadt zu gehen, ist ein Anliegen von Ball-Mitorganisatorin Nina Löbe. Vizepräsident Professor Dr. Roman Heiligenthal freute sich, "dass die Uni zusammen mit der Stadt große Feste feiert". Es sei eine ganz besondere Freude, "dass wir hier nicht unter uns sind", betonte er.
Oberbürgermeister Dr. Christof Wolff äußerte den Wunsch, dass die Uni auf dem eingeschlagenen Weg bleiben möge. Vorbei seien die Zeiten, in denen Studenten und Lehrende etwas abgeschirmt im Fort geblieben seien. Auch Dr. Gerd Richter, Vorsitzender des Freundeskreises der Hochschule, freute sich, dass die Universität und die Stadt gemeinsam in der Stadt tanzten.
Doch das Lob der Redner galt besonders den Organisatorinnen Ellen Hintze, Christina Lindner und Nina Löbe vom Arbeitskreis Hochschulball. Sie haben den Abend acht Monate lang vorbereitet. Somit hätten die Studierenden den Ball nicht nur selbst auf die Beine gestellt, sondern ihn auch finanziell zu verantworten, hob Löbe hervor. Veranstalter war nämlich der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta). Heiligenthal zeigte sich angetan, dass der Aufbruch zum Ball von den Studierenden ausgegangen war.
OB Wolff konnte die Freude der Absolventen nachvollziehen, die ihr Studium gemeistert haben, aber auch die Erleichterung ihrer Eltern, da ihre Kinder jetzt auf eigenen Beinen stünden. Nachdenkliche Töne stimmte Asta-Vorsitzender Christian Heft an. Er hob zwar die gute Ausgangssituation hervor, die sich die Absolventen mit ihrem Studium geschaffen hätten, erinnerte aber auch an das Elend in vielen Teilen der Erde.
Den Begrüßungsworten und den vom Sängerquartett Franziska Hauptmann, Zsuzsanna Kern, Jörg Kreiter und Hermann-Josef Münzer köstlich und gewitzt dargebotenen musikalischen Häppchen folgte der Gang zum Buffet. Derweil glitten die Ersten schon zu den Klängen der "Twinsband" übers Parkett. Und zu späterer Stunde standen Melina SEDÓ und Detlef ENGEL von der Tango-Taverne Landau mit ihrer Tanzeinlage und DJ Alex T. auf dem Programm.
Schon am Nachmittag hatten Absolventen in den Fachbereichen Erziehungswissenschaften, Philologie und Psychologie bei einer akademischen Feierstunde auf dem Campus ihre Promotions-, Magister- und Diplomurkunden entgegen genommen.
Melina Sedó/Detlef Engel Melina Sedó/Detlef Engel Melina Sedó/Detlef Engel
Melina Sedó/Detlef Engel Melina Sedó/Detlef Engel Melina Sedó/Detlef Engel


13.06.2002, Die Rheinpfalz, "Tango und andere Sünden"
Konzert und Tanz im Haus am Westbahnhof

Am Freitag, 21. Juni, 21 Uhr öffnet das Haus am Westbahnhof seine Türen wieder für alle Freunde des Tango Argentino. Mit einer bewährten Mischung aus Konzert, Tanzvorführung und Musik zum Selbsttanzen kommen auch all diejenigen auf ihre Kosten, die selbst keine flotte Sohle aufs Parkett legen wollen oder können.
Dem in Buenos Aires geborenen Sänger, Schauspieler und Komponisten Walter BECKER eilt der Ruf voraus, einer der besten Tangosänger zu sein, die derzeit in Europa zu hören sind. Mit seiner einzigartigen Conference lässt er in seinem Programm "Tangos und andere Sünden" die Zeit um die Jahrhundertwende aufleben: verräucherte Hafenkneipen, unglückliche Liebesgeschichten, trunkene Erotik. Aber auch zeitgenössischer "Tango Nuevo" bekommt eine neue Ausdrucksform. Begleitet wird Walter Becker von seinem "Trio Nostalgia" mit Quique Sinesi (Gitarre), Gustavo Battistessa (Bandoneon) und Pablo Paredes (Klavier), lauter Vollblutmusikern.
Wie solche Musik professionell in Bewegung umgesetzt werden kann, das zeigen der Tänzer Fabián Acosta mit seiner Partnerin Marión. Neben dem "Tango Argentino" in seiner ganzen Vielfalt zeigen die beiden zudem außergewöhnliche Darbietungen argentinischen Folkloretanzes. Im Anschluss an das Konzert spielt das "Trio Nostalgia" noch einige Stücke zum allgemeinen Schwofen, bevor die beiden Landauer DJs Stefan und Michael Tango-Platten auflegen. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der "TangoTaverne" Landau statt.


02.10.2001, Die Rheinpfalz, "Schön melancholisch"
Tango-Nacht im Landauer Haus am Westbahnhof

Die Sehnsucht quillt aus allen Poren beim traditionellen Tango. Sei es die Sehnsucht nach der Heimat oder einer verlorenen Liebe. Kaum besser könnte man sich in den Herbst einstimmen als bei einer Tangonacht, "Noche del Tango" im Haus am Westbahnhof, diesmal gastierte das Stuttgarter Quartett "La FEDERAL". Nur etwa 60 Zuhörer ließen sich am Freitag von dem zu drei Vierteln schwäbischen Quartett (ein Argentinier und drei Schwaben) durch die Geschichte des Tango führen. Mit einer gehörigen Prise Witz erzählte die Bandoneonistin und Mitbegründerin der Gruppe Karin Eckstein von Hintergründen, Stilarten und typischen Themen des Tangos. Schon der Titel des ersten Stückes ist bezeichnend "para que bailen los muchachos" - "für die Männer zum Tanzen". In seiner Entstehungszeit wurde der Tango vielfach von Männern getanzt. "Frauen waren rar und begehrt", sagt Karin Eckstein, und deshalb hätten die Männer unter sich geübt, damit sie sich nicht blamierten, wenn mal so ein wertvolles seltenes Exemplar auftauchte. Überhaupt stehen die Frauen meist im Mittelpunkt der Texte, wenn auch an diesem Abend nicht gesungen wurde, so ging es doch immer wieder um die Inhalte beim Tango. Traurig und wehmütig ist es immer, entweder ist die Frau gut und wird von einem Mann zerstört oder aber sie ist böse und zerstört ihrerseits die Männer. Auch um Männer geht es, vornehmlich um weinende Männer. Dies erklärt auch, warum der Tango während der wechselnden Militärdiktaturen in Argentinien nicht sonderlich beliebt war: Weinende Männer passen nicht ins Bild des tapferen Soldaten. Ein Funken Ironie ist immer dabei, wenn Eckstein von den "kitschigen" Inhalten berichtet, insbesondere für den König des Tango "Carlos Gardel", scheint sie wenig Verständnis zu hegen und dessen Aussage "die Sterne beneiden uns um unsere Liebe".
Wunderschön und kraftvoll sind die Tangos, Milongas und Valses, die die zwei Frauen an den Bandoneons (Karin Eckstein und Elke Knötzele), der Mann am Flügel (Paul Knötzele) und der Argentinier Gabriel Battaglia an der Gitarre interpretieren. Man spürt, dass sie gut aufeinander eingespielt sind. Die beiden Frauen spielen perfekt synchron, dabei scheint Elke Knötzele eher die Frau für's Wehmütige, Karin Eckstein eher für die schnellen und kraftvollen Stücke zu sein. Die eine berührt die tiefsten Schwingungen des Herzens, die andere ist stark und präsent mit fliegenden Fingern. Einen Höhepunkt bildete eine Folge von Duetten, zunächst Flügel und Gitarre bei "la corabera", dann Bandoneon und Gitarre mit einer Milonga. Schön und melancholisch ist auch das traditionelle Stück von Carlos Gardel, das Paul Knötzele solo auf dem Klavier gibt. Der Gitarrist ergänzt das musikalische Bild, spielt gefühlvoll und akzentuiert. Schade, dass man oftmals die Höhen kaum hören konnte gegen die anderen lauten Instrumente. Im zweiten Teil stellte die Gruppe die Entwicklung des Begründers des Tango Nuevo, Astor Piazolla, dar. Sie spielten vier Stücke, die anschaulich dokumentierten, wie sich der Tango durch moderne Einflüsse weiter entwickelt hat.
Nach dem Konzert spielte das Quartett zum Tanz auf. Bis spät in die Nacht ging es weiter mit Tango von CD und den DJs Stefan Knauth und Michael Letzel. (Kirsten Gödecke)


30.12.2000, Die Rheinpfalz, "Erotische Begegnung zwischen Mann und Frau"
Der Tango - ein Tanz, seine Faszination, seine Wurzeln und seine Anhänger in der Südpfalz und in Karlsruhe

"Wir gehen ins Paar und die Probleme fangen an ...". Martin LÖHLEIN grinst. Er weiß, dass sich seine Prophezeiung zu genau wo Prozent erfüllt. Gerade noch haben die frisch gebackenen Tangoschüler recht erfolgreich und für sich allein das "Schreiten" geübt. Jetzt muss man sich oben bequem aneinander lehnen, unten Platz für Beinarbeit lassen, in die Knie gehen und ... dann bitte noch elegant aussehen - ,,die Frauen, die Spannung nicht vergessen" ergänzt Susanne VON SCHÖNEBECK. Das Tangolehrer-Paar aus Bad Schönborn hat die schwierige Aufgabe übernommen, die Landauer ,,Gringos" den Tango Argentino zu lehren. Gringos nennen die Argentinier die weißhäutigen Europäer, denen doch viel eher ein "eins, zwei Wiegeschritt" läge.
Die Musik erregt und quält
Das, was man hier im Tanzstudio ,,up to date" erlebt, ist jedoch gänzlich anders. Juan Garlos Copes, Tänzer und Choreograph hat es einmal so ausgedrückt: ,,Beim Tango sind Mann und Frau auf der Suche nacheinander. Die Musik erregt und quält, der Tanz ist die Paarung zweier Menschen, die der Welt ohnmächtig gegenüber stehen und nicht Fähig sind, die Dinge zu ändern" - Aber was genau macht den Unterschied zum ,,Standard-Tango" und damit auch die Faszination aus? ,,Der Tango entwickelt sich bei jedem Tanzen neu", sagt Martin Deisenrieder, Mitbegründer der Tangoszene in Landau. Seine Frau Marion und er haben schon vor vier Jahren ihren ersten Kurs bei der Tango-Schule Siempre Tango in Karlsruhe besucht und richtig Feuer gefangen. Nach einer Pause zwecks Familiengründung wollten sie weitermachen. Das Problem war, dass es mit einem kleinen Kind unmöglich war, regelmäßig nach Karlsruhe zum Tanzen zu fahren. Marion hatte schließlich die Idee: Wir holen den Tango nach Landau. Sie organisierte einen Raum und Lehrer aus Karlsruhe. In dieser Zeit lernten sie auch Michael Letzel und Christiane Schalk kennen, die beide ebenfalls Tangobegeistert waren und Marion in der organisatorischen Arbeit unterstützten. Zusammen mit Stefan Knauth gehören sie bis heute zum ,,harten Kern" der Landauer Tangotänzer
Lockere Atmosphäre
Im April 1999 fand dann der erste Kurs statt. Außerdem musste ein Übungsabend her. Tango muss in einer lockeren Atmosphäre getanzt werden. Nur außerhalb der Laborsituation eines Kurses kann sich das entfalten, was Argentinier unter Tango verstehen: Ein völlig frei improvisierter Tanz im Spannungsfeld zwischen Mann und Frau, Erotik, Melancholie und Freude als Ausdruck für Gefühl und Sehnsucht. So wie der Tango in Landau gelehrt wird, ist er keine Folge von festgelegten Schritten, sondern eine freie Improvisation. Kein Tango gleicht dem anderen. Die Partner bilden nicht das spiegelbildliche Gegenstück des anderen, sondern tanzen verschiedene Schritte, die gemeinsam ein Ganzes bilden.
Wenn der Körper zu groß ist
Es gibt kein Schema, keinen Grundschritt, keinen Drill, kein Zählen, nichts Festes. Das ist die Herausforderung, aber auch das Schwierige, und das macht die ungeheure Kraft dieses Tanzes aus. Die Frau folgt nicht einfach der Führung des Mannes, sie interpretiert sie und muss gleichzeitig ,,mit ihrem Körper wahrnehmen", wie Marion Deisenrieder es ausdrückt. Je fortgeschrittener man ist, desto mehr wird der Tanz zu einem Dialog". Für sie ist Tanzen eine wunderbare Möglichkeit, in unserer kopfgesteuerten Zeit den Körper wieder zu spüren. ,,Die meisten von uns sind doch in ihrem Körper gar nicht zu Hause, es sieht aus, als wäre er uns zu groß", sagt sie. Martin und Marion Deisenrieder sind über die Liebe zur Musik und einen Südamerika-Aufenthalt zum Tango gekommen. Ihnen gefiel, dass das Tanzen eine Möglichkeit ist, gemeinsam etwas Schönes zu unternehmen und auszugehen. Außerdem lernt man nette Leute kennen sagen die beiden. Testen kann man das bei den Übungsabenden im Hotel Französisches Tor am ersten, dritten und fünften Freitag im Monat. Entstanden ist der Tango zwischen 1850 und 1880 in den Armenvierteln von Buenos Aires, wo die europäischen Emigranten ihre Musik und Bewegungen mit afrikanischen und argentinischen Einflüssen verschmolzen. Es entstand ein Tanz, der die Sehnsucht ausdrückte, eine Frau im Arm zu halten, denn die waren - ganz im Gegensatz zu heutigen Tango-Tanzveranstaltungen - in der Minderzahl. Dieser Mangel spielt eine große Rolle im tänzerischen Ausdruck: Werben um die Frau, sie führen, sie verführen und beschützen. Seine Wurzeln hat der Tanz im kubanischen Habanera, der Milonga und dem Tango Andaluz. Die Musik dazu stammte anfangs von Flöte und Geige, die unisono eine Melodie spielten, begleitet von einer Gitarre, manchmal auch einer Mandoline oder Harfe.
Unterschiedliche Stile
In den vornehmen Bordellen wurde die neue Tanzmusik auf dem Klavier begleitet. Später kam dann das Bandoneon hinzu, die von dem deutschen Musiklehrer Heinrich Band weiterentwickelte Konzertina. Es eroberte die Cafés und Bordelle und ist inzwischen aus der Tangomusik nicht mehr wegzudenken. Heute setzt sich ein typisches Tangoensemble aus zwei Bandoneons, zwei Violinen, Klavier und Kontrabass zusammen. Bis heute haben sich unterschiedliche Stile in Musik und Tanz entwickelt, deren gemeinsamer Nenner ein Lebens- und Körpergefühl ist: ,,Eine unerschöpfliche Quelle des Vergnügens an intimer Kommunikation" (Susanna Miller, Tangolehrerin in Buenos Aires).
INFO - Tangokurse gibt es sonntags bei der Tangotaverne e.V Landau, im Tanzstudio up to date Nordring 37. Informationen gibt es bei Marion Deisenrieder, Tel. 06341 / 944120 oder unter www.tangotaverne.de. Übungsabende jeden ersten und dritten und fünften Freitag im Monat um 21 Uhr im Hotel Französisches Tor am Obertorplatz in Landau. Am Samstag, 3. Februar findet im übrigen im Landauer Haus am Westbahnhof eine Tango-Soirée mit dem Tango et Klezmer Quartett statt. ... (Kirsten Gödecke)


04.12.2000, Die Rheinpfalz, "Ereignis mit Niveau ..."
Zufriedene Gesichter beim "Ball der Saison" des Tanzsportclubs im "Ausweichquartier" Maria-Ward-Schulaula

Die Landauer Ballsaison wäre wirklich wesentlich ärmer, gäbe es den längst zur Tradition gewordenen "Ball der Saison" des Tanzsportclubs (TSC) nicht. Die Atmosphäre hat auch nicht darunter gelitten, dass seit Schließung der Festhalle ein "Ausweichquartier" mit gewissem Niveau gesucht werden musste. Der Ball am Samstag in der Maria-Ward-Schule war erneut das, was sich die Besucher versprochen hatten: ein Ereignis. Zum zweiten Mal nach 1999 wurde auf dem Kunststoffbelag der wunderschönen Aula der Privatschule getanzt, wegen der Enge nicht ganz so ausgelassen wie sonst auf dem Festhallen-Parkett, aber der guten Stimmung tat das keinen Abbruch, im Gegenteil, sie wurde durch dieses kleine Manko eher noch angeheizt. TSC-Präsident Hermann Stein, der als Ehrengast den Vizepräsidenten des Tanzsportverbandes Rheinland-Pfalz (und TSC-Ehrenmitglied) Alois Foltz begrüßen konnte, dankte Maria-Ward-Schulleiter Helmut Loenenbach für die Gastfreundschaft. Ein Paar, das sonst immer beim "Ball der Saison" da ist und "das Tanzbein schwingt", fehlte diesmal. Oberbürgermeister Dr. Christof Wolff hatte wegen Erkrankung seiner Frau kurzfristig absagen müssen.
Dass der Ball einen so guten Verlauf nahm, alle zufrieden waren und es keinen Grund zum Anstimmen auch nur leiser Klagelieder gab, war verschiedenen Faktoren zuzuschreiben: Dem Las Vegas-Tanzorchester (auch wenn es manchen etwas zu laut war) mit seiner aus Mexiko stammenden Sängerin, den Tanzvorführungen durch eigene Paare und vor allem zweier Paare der Tangotaverne Landau und der (improvisierten) Bewirtung der Gäste durch den mit seinem Team erneut in die Bresche gesprungenen Festhallen-Hausmeister Christian Schlatter. Ein Tanzpaar der Weltklasse, wie es in den vergangenen Jahren immer mal wieder auftrat, fehlte und wurde auch nicht vermisst. ...
Zurück zum Ball 2000. Höhepunkte des Abends waren die beiden Auftritte der Tango-Paare Fabián ACOSTA/Eva MAGYAR-PEREZ und Susanne VON SCHÖNEBECK/Martin LÖHLEIN, die mehrere Tango Argentino aufs Parkett legten, dass die Besucher ihre helle Freude hatten und stürmischen Applaus spendeten. Acosta, gebürtig aus Buenos Aires, hat in Europa schon mehrere Tango-Shows inszeniert und ist bei internationalen Ereignissen aufgetreten. Eine vielseitige Ausbildung hat auch seine Partnerin hinter sich. Das deutsche Paar, speziell in Tango Argentino ausgebildet, unterrichtet seit einem Jahr bei der Tangotaverne. Ein Moderator informierte, dass der Tango vor 120 Jahren in Buenos Aires und Montevideo entstand, zuerst auf Hinterhöfen und in Spielhöllen getanzt wurde (Themen: Aufbruch, Abschied, Schmerz, Armut), eine "Kulturform mit vielen Facetten" ist. Das sah man, und man bemerkte auch, dass der Tango viele Gesichter hat.
Der gastgebende TSC stellte sich mit Jugend- und Seniorenpaaren vor, die lateinamerikanische und Standard-Tänze zeigten - vom Jive bis zum Wiener Walzer. Da sind einige Paare dabei, die sicher ihren Weg machen werden. Wie war der Ball? Ein Besucher antwortete mit zwei Worten und traf den Nagel auf den Kopf: "Schön war's!"
Martin Löhlein/Susanne von Schoenebeck - Michael Letzel - Eva Magyar-Perez/Fabián Acosta


29.11.2000, Landauer Wochenblatt, "Im Zeichen des Tangos"
TSC: Ball der Saison wird tänzerischer Höhepunkt

Der Tanzsport-Club Landau wird am Samstag, 2. Dezember, den diesjährigen Ball der Saison feiern. Der Ball wird wie auch im vergangenen Jahr in der Aula der Maria-Ward-Schule stattfinden, da die Festhalle Landau erst im Jahre 2001 wieder zur Verfügung stehen wird. Nach einem Sektempfang um 19 Uhr wird der Ball um 20 Uhr eröffnet. Die Musik wird an diesem Abend vom "Las Vegas Tanz-Orchester" gespielt, einem versierten Orchester, das auch schon auf internationalem Parkett erfolgreich war. Die Glanzpunkte des Abends werden zwei Auftritte von Paaren der Tangotaverne Landau sein.
Fabián ACOSTA aus Buenos Aires wurde von den berühmtesten Lehrern Argentiniens zum Tangotänzer und -dozenten ausgebildet. Er inszenierte bereits mehrere Tangoshows, mit denen er in Südamerika und Europa auf Tournee war. Eva MAGYAR-PEREZ begann mit zehn Jahren zu tanzen, kam über Ballett, Steptanz, Modern Dance und klassischen Turniertanz zu Tango Argentino. Sie wurde von vielen namhaften Tänzern, zum Beispiel in Berlin, der Schweiz, Spanien und Buenos Aires unterrichtet. Susanne Susanne VON SCHÖNEBECK und Martin LÖHLEIN tanzen seit fünf Jahren intensiv Tango. In Hamburg abolvierten sie eine Tanzlehrerausbildung speziell für Tango Argentino und seit einem Jahr unterrichten sie in Landau für die Tangotaverne.
Leidenschaft und Erotik stehen für die Menschen in engem Zusammenhang mit dem Argentinischen Tango. Viel weniger jedoch kennen die Faszination dieses getanzten Dialoges aus Führen und Folgen und die Kreativität und Spontanität mit der Tango im Moment des Tanzens entsteht Er ist deshalb immer wieder neu und wird von jedem anders getanzt. Die beiden Paare werden zeigen, wie sie den Tango verstehen und interpretieren. Außerdem werden sie auch die lebhaft, rhythmische Milonga und den Tango-Vals vorstellen, die ebenfalls in den Tangosa-lons getanzt werden. Unter dem weiteren Programmpunkt "Der TSC stellt sich vor" werden dann auch verschiedene Gruppen aus Latein und Standard des Tanzsportclubs Landau ihr tänzerisches Können zeigen.


10.10.2000, Die Rheinpfalz, "Melancholische Klänge von gestern für tanzwütige Leute"
Bei den Tanzabenden im Hotel Französisches Tor steht der Tango im Mittelpunkt - Dramatik und Schmachtszenen wie in alten Hollywood-Filmen

Wem beim Stichwort "Tango" noch Erinnerungen aus Tanzstundenzeiten in den Sinn kommen, der dürfte überrascht sein, wenn es ihn zum ersten Mal zu einem Tanzabend der Tangotaverne ins Hotel Französisches Tor verschlägt. Statt brav im Grundschritt Eins-Zwei-Wiegeschritt geht es hier nämlich um Argentinischen Tango. Hat man das Glück, den Tanzsaal gerade dann zu betreten, wenn der Tango live gesungen und gespielt wird, ist das ein bisschen wie eine Zeitreise. Der Saal, der so gut zur dramatisch-melancholischen Stimmung des Argentinischen Tango passt, ist nur schwach beleuchtet, an den Tischen sitzen gut zwei Dutzend Tangofans bei einem Drink, unterhalten sich und beobachten die Paare auf der Tanzfläche. An Dramatik ist hier tatsächlich deutlich mehr zu beobachten als bei anderen Tänzen, und da ich solche Szenen eigentlich nur aus alten Filmen kenne, wird mir gleich nostalgisch ums Herz. Allerdings stellt man schnell fest, dass die Leute, die hier tanzen, alles andere als von gestern sind. Gemeinsam ist ihnen allen, dass sie vom Argentinischen Tango begeistert sind, ja, sogar von einem regelrechten Tango-Fieber ist die Rede. Derzeit gebe es einen Tango-Boom in Europa und vor allem in Deutschland, wird mir erzählt. Viele Paare reisten aus großer Entfernung an, um an einem Tangoabend wie diesem teilzunehmen, und umgekehrt sei es auch nicht ungewöhnlich, für einen Tango-Workshop bei einem bestimmten Lehrer nach Bayern zu fahren oder nach Mallorca zu fliegen. Tangokonzerte fänden immer größeren Zulauf und sogar Tangozeitschriften gibt es, von Internetseiten ganz zu schweigen. Wenn die Band eine Pause macht, kommt die Musik vom CD-Player. Die Tanzwütigen stört dies kaum, und so müssen sich die Herren langsam etwas mehr anstrengen, um ihre Damen sicher durch das Getümmel aus ausdrucksvollen Drehungen und (für den Laien) recht unübersichtlichen Schrittkombinationen zu führen. Gar nicht so einfach: Anders als Walzer oder Foxtrott besteht der Argentinische Tango aus vielen kleinen Bewegungselementen, die - entsprechende Führungsstärke der Herren vorausgesetzt - beliebig kombiniert werden können. So weiß man vorher nie, was kommt, und jeder Tango ist anders als der vorherige. Gerade das macht wohl den besonderen Reiz dieses ausdrucksstarken, oftmals etwas melancholischen Tanzes aus. Auch die Musik von der fröhlicheren Milonga über den Tango Vals bis hin zum schmachtenden Tango spielt natürlich eine große Rolle.
Für Marion und Martin Deisenrieder aus Landau führte der Zugang zum Tango erst einmal über ihr Interesse an der Kultur Südamerikas, mehrere Reisen und die Musik, bis sie schließlich vor drei Jahren ihren ersten Kurs im Argentinischen Tango belegten. Da es aber in Landau keine Möglichkeit zum Tanzen gab, knüpften sie Kontakt zu anderen Tangofans und initiierten die Tangotaverne. Der Verein möchte Freunden des Argentinischen Tangos ein Forum bieten, mit allem was dazu gehört. Neben den Tanzabenden im Hotel Französisches Tor organisieren die Mitglieder Tango-Workshops und Tango-Konzerte. Gleichzeitig pflegen sie Kontakte zu Tangolehrern und anderen Tangobegeisterten in Karlsruhe, Kaiserslautern und Stuttgart. Zwar gibt es nach Aussage des Vereins so etwas wie einen "harten Kern", dennoch stoßen auch immer wieder neue Gesichter zu ihnen. Tanzabende im Hotel Französisches Tor, jeden ersten und dritten Freitag im Monat ab 21 Uhr. Auskunft erteilen Marion und Martin Deisenrieder, Tel. 06341 / 944120 oder im Internet: www.tangotaverne.de. (Mona Gabriel)
Tanzabend im Hotel Französisches Tor


25.09.2000, Die Rheinpfalz, "Hector Omar und Anibal Zivilotti im Haus am Westbahnhof"

Spätestens seit Wim Wenders Film "Buena Vista Social Club" fühlt sich fast jeder von der Latino Welle hingerissen. Film- und Musikindustrie tun zur Zeit ihr Bestes, um uns die fremde Musikart der südamerikanischen Länder näher zu bringen. Doch die Seele der lateinamerikanischen Musik ist durch einen Bildschirm nur schwer zu spüren. Hector OMAR und Anibal ZIVILOTTI bewiesen während ihres Tango Konzerts am Freitag im Landauer Haus am Westbahnhof, dass die Seele Südamerikas auch für uns greifbar sein kann.
Mit ausdrucksstarkem Gesang und südländischen Gitarrenklängen entführten sie ihr Auditorium in die Welt des Tango Argentino, der seinen Ursprung im Argentinien des späten 19. Jahrhunderts nahm. Der Tango beschreibt das Leben der einfachen Leute mit ihren Problemen sowie die Stadt, in der sie leben, und ihren Erinnerungen. Buenos Aires, die Heimatstadt des Tango ist in jedem Lied verwurzelt. Als einer der großen Sänger des argentinischen Tango besang Hector Omar das Alltägliche, das auch uns ständig begegnet. Ob Bordsteine oder Poster, Schminke oder Liebe, alles hat poetischen Wert und wird im Tango verarbeitet.
Mit gefühlvoller Gestik und überwältigendem Gesang machte Hector Omar die Themen seiner argentinischen Lieder sichtbar und verlieh ihnen gefühlvolle Nähe. Dramatische Momente waren ebenso erhebend wie sanfte und ruhige Passagen, welche durch Anibals unverkrampftes Gitarrenspiel unterstützt und getragen wurden. Dem äußerst sympathischen Duo ist es gelungen, die Seele Argentiniens für kurze Zeit nach Landau zu bringen und ein wenig südländisches Lebensgefühl hier zu lassen. In Zusammenarbeit mit der Tango Taverne Landau ist jedes Halbjahr ein Tangoabend im Haus am Westbahnhof geplant.


April 2000, Point, "Verrucht, verflucht ... und doch leidenschaftlich geliebt"
Der Argentinische Tango boomt - jetzt auch in Landau

Der lange Zeit tot geglaubte Tango Argentino feiert glänzende Comebacks. Genau wie in den 40er Jahren in Buenos Aires, schießen überall in Deutschland Tangosalons aus dem Boden. Doch was macht diesen Tanz so attraktiv? Wer den Tango verstehen will, muß einen Blick auf deßen Geschichte werfen, auf die Zeit der vorletzten Jahrhundertwende, als der amerikanische Traum über Europa schwebte, wie ein gigantischer Zeppelin. Unzählige Sehnsüchte folgten dem (Luft-) Schiff über den großen Teich, wobei oft schon die ,,Reise ins Glück" die letzten Ersparnisse der Männer verschlang, die ihre Familien zurücklassen mußten. In der vagen Hoffnung auf ein Wiedersehen in einer besseren Welt. Der grüßte Teil dieser Träume strandete in den überfüllten Notunterkünften im Hafenviertel von Buenos Aires. Hoffnungs- und Sprachlosigkeit herrschten im Gedränge der verschiedenen Nationalitäten und ließen ein starkes Bedürfnis nach Kommunikation entstehen. In diesem Klima entwickelte sich in den Hinterhüfen, Kaschemmen und Bordellen, der argentinische Tango - ein Spiel intimer Nähe und respektvoller Distanz. Ein Tanz, den die sogenannte ,,bessere Gesellschaft" von Buenos Aires seiner verruchten Herkunft wegen stark ablehnte. Bis Anfang des letzten Jahrhunderts in Paris eine Tango-Manie ausbrach, die auch auf London, Deutschland, Rußland und Italien übergriff. Auch wenn sich die damalige Situation nicht mit der heutigen Zeit vergleichen läßt, ist zunehmend das Phänomen der Vereinsamung zu beobachten. Immer mehr Menschen leben freiwillig oder unfreiwillig allein. Kommuniziert wird nach Feierabend mit Fernseher oder via Computer. Durch enormen Leistungsdruck herrscht am Arbeitsplatz häufig ein gereiztes, zwischenmenschliches Klima, statt kollegialer Zusammenarbeit. Körperliche Bewegungen reduzieren sich auf ein ebenso geringes wie ungesundes Maß. Was fehlt ist das Gefühl, im eigenen Körper wirklich präsent zu sein. Eben diese Erfahrung kann Tanz vermitteln. Im Rhythmus der Musik werden Gefühle, Stimmungen und Temperament ausgedrückt. Beim Tango gibt es keine festgelegten Schrittfolgen, sondern im Unterricht werden einzelne Grundelemente vermittelt, die beliebig kombinierbar sind, so daß der Tango während des Tanzens entsteht. Spontan und immer wieder neu aus einer Art non-verbalen-Kommunikation zwischen Mann und Frau. In mehr als fünfzig deutschen Städten werden seit geraumer Zeit regelmäßig sogenannte Tangosalons angeboten. Einen solchen Treffpunkt gibt es jetzt auch in Landau. An jedem ersten und drittem Freitag im Monat verwandelt sich das ,,Hotel Französisches Tor" (ehemals Körber) von 21 bis 1 Uhr in eine Tangotaverne für Tänzer und solche, die es werden wollen. Außerdem veranstaltet der Verein ,,Leben und Kultur" am 7. April im Haus am Westbahnhof ab 21 Uhr eine Tango-Soirée.


28.07.1999, Landauer Wochenblatt, "Tanz mit mir oder gegen mich"
"Der Tango sagt nicht: Ich liebe Dich. Er sagt: Laß mich nicht allein. Tanz mit mir oder gegen mich" (Ramón Requeira).

Seit Mai dieses Jahres hat sich in Landau das Hotel "Französisches Tor" (ehemals Körber), Reiterstr. 11, zur Tangotaverne etabliert. Zum freien Tanzen oder Ausprobieren der Schritte sind alle Tangoliebhaber herzlich eingeladen. Nachdem die ersten Termine ein schöner Einstieg waren und bis zu 40 Tangobegeisterte das Tanzbein schwangen, geht es auch im Sommer mit den Tanzabenden weiter. Termine: immer Freitags (neuer Wochentag!) ab 20.30 Uhr ... Weitere Termine ... werden noch bekanntgegeben. Die Landauer Tangoszene ist durch eine private Initiative entstanden. Sie will alle Tangointeressierten ansprechen, aber auch die, die Tango schon lange kennen und in Landau bisher keine Möglichkeit hatten, den Tango - ihren Tango - zu pflegen. Zum Tango gehört, daß man sich trifft und in netter Atmosphäre zusammen ist. Dies findet bei den Tanzabenden in der Tangotaverne statt. Nachdem der erste Anfängerkurs zu Ende ist, sind weitere Kurse für Fortgeschrittene und Anfänger in Vorbereitung. Des weiteren ist Anfang nächsten Jahres ein Tangoball geplant ...


02.06.1999, AZ, "Tango-Fieber

Landau. Deutschland ist vom Tango-Virus befallen. Überall treffen sich Gleichgesinnte, um die Melancholie dieses gefühlvollen Tanzes zu erleben. So auch in Landau. Seit Mai dieses Jahres hat sich das Hotel "Französisches Tor" (vorm. Körber), Reiterstr. 11, zur Tangotaverne etabliert. Zum freien Tanzen oder Ausprobieren der Schritte sind alle Tango-Fans ... herzlich eingeladen.