Tangogedichte
Tango
dich berühren
wie eine Brücke die Luft zwischen uns
Sinnlichkeit die verlangt
tanze mit mir ohne zu zögern
unsere Körper lügen nicht
Sehnsucht die quält
die Seele gibt den Takt
Distanz und Nähe
Mann und Frau
Einsamkeit die schmerzt
lehne dich an mich
spüre die Bewegung
hier und jetzt
Traurigkeit die berührt
Tangoabschied
ich gehöre dir
du gehörst mir
Hand an Hand
eine warme Berührung
Arm in Arm
unsere engen Körper
Wange an Wange
deine duftende Haut
Bein in Bein
die weiche Umschlingung
die Musik ist zu Ende
still nehmen wir Abschied
und für die Italiener unter uns ...
Addio
io appartengo a te
tu appartieni a me
mano nella mano
un caloroso sfiorarsi
i nostri corpi strettamente
abbracciati luno allaltro
guancia a guancia
la tua pelle odorante
una gamba
morbidamente stretta nell`altra
la musica è terminata
ci diamo un silenzioso addio
(Übersetzung: Concetta Pelella)
Tango
toccarti
laria é come un ponte tra di noi
sensualità che pretende
balla con me senza esitare
i nostri corpi non mentono
nostalgia che tormenta
lanimo da il ritmo
lontananza e vicinanza
uomo e donna
solitudine che rattrista
appoggiati a me
senti il movimeto
ora e qui
tristezza che commuove
(Übersetzung: Concetta Pelella)
Begegnung
es war schon spät in dieser Nacht
und doch wollte ich nicht gehen
nur einen Tango noch - mit dir
den einen, den ich immer suchen werde
ein flüchtiger Blick
und ich wusste, dass ich dich auffordern sollte
deine Umarmung und die erste Bewegung
nie gespürte Sinnlichkeit und Hingabe
unsere Körper und Seelen umschlangen sich
selbst nach dem Tanz konnten wir nicht loslassen
wie Magneten zogen wir uns an
offen und verletzlich -
wie rüstungslose Kämpfer
mein Schweiß lief über dein Gesicht
dein Parfüm verfing sich in meinem Hemd
in meiner Hand roch ich dich noch Stunden
verloren in 3 Minuten -
ohne Raum, Zeit und Äußerlichkeit
zwei Herzen - ein Körper
enttäuscht von der Liebe
tanzen wir von morgen
kreisförmige Wogen
mit unseren Tränen
Sand der Erinnerung
im See der Verlorenen
zarte Berührung
gemeinsamer Atem
versunken im Tanz
um zu vergessen
ohne Abschied
halten wir inne
spüren die Energie
warme Geborgenheit
glücklich im hier
hingegeben und eins
Geruch des anderen
verborgen für viele
halten wir den Körper
mit zwei Herzen fest
Tanz ohne Sinn
wie habe ich dich geliebt
sehnsüchtig habe ich mich gebunden
ein morsches Tau am Schiff
gefleht habe ich nach deiner Liebe
die du so lange zurückgehalten hast
eine vertrocknete Blume im Asphalt
gesehnt habe ich mich nach deiner Wärme
die du nicht bereit warst zu geben
ein totes Herz im Winter
Bandoneon
Sprache der Verlassenen
um zu verstehen musst du gelitten haben
eine unglückliche Liebe gelebt haben
einsam komme ich mir vor
ein Tropfen rinnt hinab
Tango
Lied der Gescheiterten
wäre ich doch schon fort gegangen
müsste dich nicht mehr sehen
und nicht mehr leiden
eine lange Spur ohne Weg
heute sagst du "ich liebe dich" - zu spät
mein Herz ist voller Tränen
die ich nur im Tango weinen kann
nimm Abschied und lass mich umherziehen
in den dunkelsten Milongas will ich tanzen
dich vergessen bei den anderen
will nur aus der Erinnerung leben
mein Tanz ist ohne Sinn
© Stefan Knauth


Tangotaverne
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